Freitag, 27. September 2013

Ach herrje, es geht alles den Bach runter...

So, also ganz kurz: Der 10km-Test war ziemlich für den Arsch. Ich weiß nicht warum. Ich war nach einem Kilometer in 3:51min schon ziemlich fertig, nach zwei Kilometern war der Puls über 190 und nach 3,5km habe ich aufgehört. Es machte keinen Sinn, noch weitere 15 oder wie viel Runden auf der Bahn zu drehen, nur um ein total frustrierendes Ergebnis zu bekommen. Also die 10km-Läufe dieses Jahr habe ich allesamt in den Sand gesetzt. Jetzt war ich diese Woche auch noch erkältet, was bedeutet, dass die laufumfangreichste Woche nicht gescheit durchgezogen werden konnte. Am Montag bin ich 20, am Dienstag 15km gelaufen, das war es. Jetzt versuche ich, trotz kratzendem Hals und Rotznase, nochmal ein paar Kilometer zu machen... Wenn das so weiter geht, kann ich meine Zielzeit bald auf 4 Stunden runterkorrigieren. Das nervt alles beträchtlich. Aber vielleicht sollte ich mich auch mal locker machen, einen Monat ist es ja noch und nach nächstem Donnerstag und dem Halbmarathon weiß ich wahrscheinlich, wie es wirklich aussieht. Aber mein Training läuft einfach nicht rund und das ist doch sehr schade!

Mittwoch, 18. September 2013

Vor dem 10km-Testlauf

Puh, ja also ich bin immer noch im Marathontraining. Zwei Wochen war ich im Urlaub. Eine davon war ein läuferischer Totalausfall - eine Einheit mit 7,8km. Die Gegend war nicht fürs Laufen gemacht, habe ich so auch noch nicht erlebt. Feldwege, die einfach endeten, Landstraßen, die von sehr schnellen Autos befahren wurden und viel zu enge Kurven. Gut, der faule Hund in mir war nicht unglücklich darüber, so konnte ich ein paar ruhige Tage einschieben. Immerhin den langen Lauf am Sonntag konnte ich noch machen, jetzt stehen schon zwei 30km+ Läufe auf meiner Habenseite. Den ersten 10km-Testlauf habe ich somit sausen lassen, am Freitag steht nun der zweite an.

Die 10km sind ja meine Hassstrecke. Deshalb graust es mir wieder ein wenig davor. Und wieder gibt es keinen geeigneten Wettkampf an diesem Wochenende. Deshalb werde ich wieder auf der Bahn laufen müssen, was frustrierend sein kann, aber nicht muss. Gestern bin ich nochmal 1000m Intervalle gelaufen und war äußerst positiv überrascht, ich bin noch nie so schnell gewesen. 6 Intervalle waren es insgesamt, laut Plan hätten es nur 5 sein sollen und diese sollten im angestrebten 10km-Tempo gelaufen werden. Bei mir im Plan standen 3:51min/km.

Da ich ja relativ viel in der Gegend rum lese, weiß ich, dass diese Intervalleinheit jetzt nicht gerade die fordernste auf der Welt ist. Trotzdem wollte ich mich etwa an diese Vorgabe halten. In meiner letzten Marathonvorbereitung bin ich diese Einheit ziemlich genau wie gefordert auch gelaufen - am Ende stand eine neue Bestzeit von 38:46. Gestern also wie gesagt dann ein Intervall mehr. Der erste lief ziemlich locker und lag bei 3:37min. Viel zu flott, aber da ich mich gut fühlte, freute ich mich. Danach wollte ich etwas ruhiger machen und war nach 3:42min fertig. Danach machte ich wieder ein wenig schneller - 3:37min. Im Hinblick auf den Testlauf am Freitag wollte ich jetzt nicht überziehen und lief möglichst locker und gleichmäßig weiter: 3:44min, 3:44min, 3:48min. Den letzten bin ich bewusst ruhig gelaufen und wollte schauen, wie es sich anfühlt - es fühlte sich wie mein 10km-Tempo an. Anstrengend, aber ich hätte dieses Tempo "locker" weiter laufen können. Jetzt bin ich am Grübeln, was ich aus dieser Einheit für einen Schluss ziehen soll, Eigentlich wollte ich den Lauf am Freitag so angehen, dass ich möglichst unter 40 Minuten ankomme, egal wie. Jetzt deutet doch alles darauf hin, dass ich auf sub39 laufen muss, um ein ideales Ergebnis rausholen zu können. Ich wage es ja kaum auszusprechen, aber eigentlich muss nach dieser Einheit eine neue Bestzeit rauskommen - nicht nur aufgrund der guten Zeiten, sondern auch aufgrund des guten Gefühls während der Intervalle. Sonst hatte ich bei den 1000m Einheiten immer das Gefühl gegen Ende doch ziemlich beißen zu müssen, gestern war das anders.

Naja, alles egal. Wichtig ist am Freitag. Für das Selbstvertrauen wäre es natürlich großartig, in die Nähe meiner Bestzeit zu kommen oder diese sogar zu knacken. Dann fange ich wieder an, von einer neuen Marathonbestzeit zu schwadronieren! Und das will doch jeder hören, denke ich!

Montag, 19. August 2013

Die grüne Hölle von Nürnberg

... liest sich doch schon um einiges schmissiger als der letzte Blogposttitel.

Jetzt war es also mal wieder so weit! Ein Halbmarathon, auf den ich mich vorbereitet hatte, mein erster echter Wettkampf dieses Jahr. Ich wollte schnell sein, doch ich war mir nicht darüber bewusst, wie hügelig, nein, bergig (!) dieses Nürnberg bzw. seine bewaldete Umgebung doch ist.

Doch zunächst zu den grundlegenden Bedingungen: Wie war der Läufer drauf(der Läufer spricht gern von sich in der 3. Person), physisch und mental?

Physisch: Sehr gut! Ich hatte gut trainiert, vielleicht einige Trainingseinheiten zu flott absolviert, ab und an zwickte es doch an manchen Stellen, in den letzten beiden Wochen vor allen Dingen rechts im Oberschenkel bis hoch in die Hüfte. Da ich im Ignorieren solcher Sachen aber gut bin, gelang es mir, einfach mit etwas lockererem Tempo (in den Einheiten, in denen es auch vorgesehen ist), die Beschwerden raus zu laufen. Heute nach dem kräfteraubenden Lauf sind diese Schmerzen jedenfalls nicht mehr vorhanden. Ich hefte sie also unter der Kategorie "Scheiße, du bist jetzt 30, da tut wohl ab und an mal was weh" ab und wollte es hier auch nur der Vollständigkeit halber erwähnt wissen. Ansonsten komme ich mir immer noch ein wenig zu schwer vor. Der Blick in den Spiegel ist zufriedenstellend, aber es kann tatsächlich sein, dass ich im letzten Jahr ein bisschen zu viele laufunabhängige Muskeln im Fitnessstudio aufgebaut habe. Bin mir aber nicht ganz sicher, jedenfalls fühle ich mich etwas aufgebläht obenrum (kann aber auch an Schokolade, Keksen, Gummibärchen, Nutella, Schokobrötchen, Keksschokolade und Karamellwaffeln gelegen haben...). Von daher habe ich mir für die nächsten Wochen ein etwas anderes Krafttrainingsprogramm verordnet: Mehr Kraftausdauer, Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, viel Stabilisation und weniger Hanteltraining, was ich in letzter Zeit wirklich gerne und regelmäßig gemacht habe. Aber Marathontraining und Kraftsport passt halt nicht perfekt zusammen, deshalb wird das eine jetzt dem anderen untergeordnet. So, so weit, so unwichtig!

Mental: Hm, wie soll ich es beschreiben? Zunächst war da eine gewisse Unsicherheit, die ich nicht so von mir kenne. Ich wusste zwar, dass ich gut vorbereitet war, aber mein abgebrochener 10km-Testlauf war nicht gut für die Psyche. Es schlich sich so ein wenig der Verdacht ein, dass ich momentan vielleicht nicht leidensfähig genug bin.  Hä, was heißt das? fragt sich der Leser. Ja nun, leidensfähig halt, ihr wisst schon, wenn man nicht mehr kann, gerade dann aber nochmal einen drauflegen wollen, sowas in der Art.
Für den gestrigen Lauf wollte ich also auf alle Fälle alles geben und mich an meinen Vorgaben festhalten. Ich wollte unter 1:27 laufen - 4:08min/km. Auch wenn es weh tat. Andererseits war eine gewisse Unsicherheit da, da seit ein paar Wochen meine GPS-Uhr von Garmin den Geist aufgegeben hat und ich bislang noch keinen Ersatz habe. Der Grund, für die, die es interessiert, ist ein Wasserschaden, der sich mit der Zeit ins Gerät gefressen hat, erst ging der Ton nicht mehr, dann fiel sie sporadisch aus, dann ging sie nicht mehr an - ergo: tot. Durch die kleinen Lautsprecheröffnungen der Garmin Forerunner 305, die sich an der Unterseite der Uhr befinden, gerät bei sportlicher Betätigung kontinuierlich Flüssigkeit (Schweiß) in das Gerät. Mit der Zeit korrodiert das Innere. Vermeiden lässt sich das nur durch Abkleben der Öffnungen, ein Hinweis, der für meine Uhr leider zu spät kam. Durch ihren Tod war ich also gezwungen, nach Gefühl zu laufen. Das geht ja auch ganz gut. Aber ich liebe es, meine Laufleistung permanent überprüfen zu können. Jedenfalls war das ein kleiner Störfaktor in der Vorbereitung. Im Rennen hat er mich nicht mehr gejuckt. Die Intervalle bin ich ja auch dann auf der Bahn gelaufen, so konnte ich meine Leistung ja auch gescheit überprüfen (sagte er, um sein Pedanten-Ich in die Schranken zu weisen).

Mit dieser Unsicherheit, nicht genau zu wissen, wie ich auf Anstrengungen reagieren würde (Schwanz einziehen oder weiter keulen, wie es letztes Jahr einige Male perfekt gelang), ging ich also ins Rennen. Es war perfektes Laufwetter, angenehm kühl im Schatten der Bäume und mit leichter Verzögerung fiel dann auch der Startschuss. Das Rennen fand fast komplett auf Waldwegen statt und schon zu Beginn ging es stetig leicht bergauf und -ab. Den ersten Kilometer absolvierte ich in genau 4:08min. Gut! Nicht zu schnell angegangen. Den zweiten Kilometer hatte ich nicht auf dem Schirm, ich rechnete bereits damit, dass ich einige Kilometerschilder verpassen würde, da diese unten rechts auf dem Boden standen und sich dank ihrer Beschaffenheit (Holz!) wunderbar in das Landschaftsbild (grün!) fügten und man sie so erst recht spät erkannte. Ich wollte einfach bei Kilometer 3 wieder auf die Uhr schauen (normale Pulsuhr mit Zeitanzeige, back to the roots... irgendwie zumindest).

Doch da sah ich die vor mir Laufenden schon die erste Serpentine hochjagen. Es ging scharf rechts hoch und dann für mindestens 200m ziemlich steil bergauf. Ich wollte zügig den Anstieg hoch, aber der war echt heftig und so war es unmöglich, das Tempo zu halten. Ich versuchte dann auf dem Bergabstück ein wenig schneller zu machen. Danach folgte ein recht flacher Abschnitt, so dass ich die beiden Kilometer in insgesamt 8:19min absolvieren konnte. Immerhin! Kilometer 4 war dann auch flach und ich lief ihn in 4:00min. Ziemlich fix, ich schaute auf den Puls, der dank der Steigung richtig auf Touren kam und seitdem konstant über 180 war. Ich versuchte ihn nicht über 185 steigen zu lassen, schaute aber nicht drauf wenn ich wirklich am kämpfen war (Realitätsverweigerung und so). Es ging nun einige Kilometer recht zügig vorwärts, die nächsten Zahlen sind mir auch gerade nicht präsent, ich lag aber ziemlich gut im Rennen, einige Kilometer waren deutlich unter 4:08min, 4:03, 4:04. Wurde es hügeliger, waren es dann aber auch 4:15 oder 4:20. Irgendwann auf der ersten Streckenhälfte ging es dann wieder ziemlich bergab, leider so steil, dass ich nicht in der Lage war, Zeit gut zu machen, sondern eher aufgepasst habe, dass ich mich auf dem rutschigen Schotter nicht hinlegte. Auf's Gesicht bin ich dieses Jahr doch schon gefallen.

Es ging nun in Richtung der 10km-Marke. Ich lief übrigens bis dahin komplett alleine, ca. 50m vor mir befand sich eine kleine Gruppe, ca. 6 Mann. Was hinter mir los war, weiß ich nicht, zweimal liefen Läufer an mir vorbei, die sich das Rennen gut eingeteilt zu haben schienen. Nach etwa 10km holte ich aber einen Läufer ein, der von einem Radfahrer begleitet wurde. Langsam kam ich näher, sie hörten mich schon von hinten heranlaufen, so dass der Läufer mich vorbei winken wollte. Ich bemerkte nur knapp: "Immer langsam!" ganz so fix war ich ja nun auch nicht. Ich lief aber zu ihm auf und wir liefen einige hundert Meter gemeinsam. Wir befanden uns nun in einem nicht bewaldeten Stück und hier merkte man die Sonne und die Wärme doch deutlich. Aber ich fühlte mich noch gut und war froh, dass der Läufer neben mir nicht wieder an mir vorbei zog, sondern es so wirkte, als wollte er sich an mich dran hängen. Das war auch gut so, denn kurz darauf ging es rechts ab und es folgte ein weiterer Anstieg. Und das war kein Kindergartenanstieg wie der zu Beginn. Es war eine langgezogene Gerade, die, so weit man gucken konnte, nur bergauf ging. Erst moderat und dann nicht mehr feierlich. In Etwa die Art Anstieg, die man früher als Kind mit dem Fahrrad viel zu schnell hochgefahren wäre, bloß um die letzten 500m schieben zu müssen. Ich dachte mir nur "was für eine Scheiße", lachte etwas zu laut vor mich hin, verabschiedete mich innerlich von jeglichem Zeitziel und... oh Wunder, lief diesen Berg hoch. Der Kollege neben mir machte mir Mut und sagte, dass wir das schon packen. Sehr nett! So liefen wir recht einträchtig da hoch, keuchend, innerlich weinend. Als der Anstieg dann fast geschafft war, zog ich nochmal an und versuchte, den letzten Hügel flott zu überlaufen. Gelang mir ganz gut, meinen Laufkollegen hatte es dabei wohl zerrissen, ich sah ihn daraufhin nicht mehr. Was ich hingegen vor mir sah, war ein schlechter Scherz: Es ging fast genau so lang und fast genau so steil wieder hoch! Wir waren jetzt bei km12, Kilometer 10-11 waren in 4:34min/km und Kilometer 11-12 in grandios beschissenen 4:50min/km absolviert worden.

Aber ich konnte mir nichts vorwerfen, ich war an der Kotzgrenze und versuchte trotzdem, nicht nachzulassen. Der Puls war auch bei unangenehmen 186, also konnte ich die Sorge, nicht richtig leiden zu können, zumindest für diesen Tag begraben.

Ich nahm nun, später als gedacht, mein Powergel (mit Koffein, da bin ich leicht abergläubisch) zu mir und hoffte, dass es irgendeinen Effekt hatte. Aber ich muss zugeben, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon ganz schön am Ende war. Und es ging bis Kilometer 13 immer noch nicht bergab, sondern immer wieder leicht hoch und zeitweise war es auch mal wieder flach. Dann folgte irgendwann eine Rechtskurve, die mir signalisierte, dass es nun wieder Richtung Start/Ziel ging. Ich ging davon aus, dass der schwerste Teil nun hinter mir lag und versuchte das Tempo wieder anzuziehen. Der nächste Kilometer war aber auch nur in 4:26min zu schaffen. Aber so langsam ging es mir wieder gut und jetzt gab es tatsächlich ein paar Bergabpassagen, auf denen ich meine verlorene Zeit wieder reinholen konnte. Zumindest ein wenig. Die 1:27 hatte ich längst verworfen, ich wollte nun unter 1:30 bleiben. Meine Zeiten pendelten sich zwischen 4:10 und 4:20min/km ein. Jetzt werden die Erinnerungen ein wenig vage, ich weiß nur noch, dass es immer wieder lange Passagen gab, die unangenehm waren, weil sie leicht bergauf gingen. Die Bergabpassagen kamen zwar, aber ich konnte nicht mehr so beschleunigen, wie ich das wollte. Als die letzten beiden Kilometer anbrachen, schaute ich auf die Uhr und sah, dass wenn ich diese mit einem Schnitt von 4:10min/km bewältigte, ich doch noch unter 1:30 bleiben könnte. Jetzt war mein Ehrgeiz wieder gepackt und ich drehte nochmal an der Temposchraube. Von hinten kam ein weiterer Läufer immer näher, er schob sich irgendwann auch an mir vorbei, irgend so ein alter Zwerg mit zu vielen Haaren an den Armen und zu wenigen auf dem Kopf! Gut, er hat mich gelatzt, gebe ich zu. Beeindruckend, diese alte Menschen! Aber beim Vorbeilaufen hat er es doch tatsächlich fertig gebracht und mich auf dem Feldweg, der doch mindestens vier Meter breit ist, so zu überholen, dass er mich dabei mit seinen ekligen Armhaaren berührte. Ich sagte nichts, ich war selbst relativ übel im roten Bereich, wären diese blöden Berge nicht gewesen, hätte ich ihn stehen lassen! Jedenfalls gab ich ordentlich Gas, doch das Kilometerschild wollte und wollte nicht kommen. Hatte ich es etwa wieder verpasst? Nein, da war es! 4:11min/km! Zu langsam, das konnte doch nicht sein.

Ich erhöhte nochmal das Tempo, näherte mich dem alten Armhaarmann wieder an. Dann kam km21, nach einer gefühlten Ewigkeit: 4:34min/km. Okay, hier stimmte irgendwas nicht, dachte ich mir. Ich rannte die letzten 100m mit gefühlten 20km/h. Ich drückte die Uhr ab. Und angeblich hatte ich für die letzten 100m 43 Sekunden gebraucht... ganz offensichtlich war auf den letzten Kilometern und vor allen Dingen auf den letzten 100m etwas mit der Distanzmessung daneben gegangen. Es kann ja durchaus sein, dass ich nicht mehr wirklich schneller geworden bin, aber so langsam war ich auf keinen Fall. Die letzten 100m waren mindestens 200m gewesen. Ich kam also in 1:30:50 in's Ziel. Hätte ich vorher gehört, dass ich so eine Zeit laufen würde, hätte ich wohl auf der Stelle angefangen zu weinen. Aber nach dem Rennverlauf und der Strecke, die sehr wahrscheinlich ein Stückchen zu lang war, bin ich doch sehr zufrieden mit mir. Ich habe mir beweisen können, dass ich doch noch in der Lage bin, ordentliche Schmerzen aushalten zu können und dass ich, auch wenn es eklig wird, nicht aufgebe. Viel mehr kann ich von diesem Vorbereitungsrennen nicht verlangen. Und so gehe ich sehr guter Dinge in die Marathonvorbereitung, die morgen startet! Ich bin mir sicher, dass ich einen guten Marathon laufen werde und ich bin mir sicher, dass, wenn ich mich nicht verletze, am Ende eine neue Bestzeit stehen wird.

Also dann! Los geht's (sagte er und ging in die Heija)

Montag, 12. August 2013

Fazit des ersten Trainingsblocks

Ja, das ist doch mal ein unfassbar langweiliger Titel! Jetzt sind es noch 6 Tage bis zum Halbmarathon und ich habe meinen Trainingsplan fast perfekt absolvieren können. Eine Woche konnte ich nicht absolvieren, da ich zwei Tage mit einer Magendarm-Geschichte flach lag und somit alle Läufe bis auf den langen am Sonntag ausfallen lassen musste. Vorletzten Sonntag hätte ein 10km-Lauf angestanden, den ich aber lieber durch einen weiteren langen Lauf (naja, 20,5km) ersetzt habe. Übermütig wie ich war wollte ich den 10er unter Woche nachholen. Da ich auf der Bahn gelaufen bin, ich nicht richtig motiviert war und mich nicht quälen wollte, habe ich nach fünf Kilometern aufgehört und es in eine harte Tempoeinheit uminterpretiert, die zufällig genau an diesem Tag auch in meinem Plan stand. Von daher bin ich also gut vorbereitet, bis auf die Tatsache, dass ich keinen Testwettkampf vorher hatte - aber irgendwie ist ja dieser Halbmarathon auch nicht mehr als eine Standortbestimmung auf dem Weg zum Frankfurt Marathon, dessen Vorbereitung übrigens in genau einer Woche beginnt.

Anfangs dachte ich mir ja, dass ich für diesen HM eine neue Bestzeit würde laufen können. Aber das wird wohl nicht drin sein. Ich habe immer noch mindestens zwei Kilo zuviel auf den Rippen und ich befürchte, dass mir das Marathontraining an sich besser zu Gesicht steht, als es dieser HM-Trainingsplan jetzt getan hat. Das heißt, dass ich mit dem spezifischen Marathontraining glaube, bessere Leistungssprünge zu schaffen, weil ich dabei mehr Umfänge und geringere Intensitäten trainiere. Und dass ich letztlich den nächsten Halbmarathon, den ich Anfang Oktober wieder in Nürnberg laufen will, deutlich flotter wird als der jetzt anstehende. Was sich komisch anhört, weil ich doch jetzt einen Halbmarathon Trainingsplan absolviert habe und dieser eigentlich besser vorbereiten sollte als ein Marathonplan...

Ich glaube einfach, dass das Ereignis eines Marathons an sich schon mehr Motivation, mehr Ehrgeiz und mehr Disziplin in mir hervor ruft. Zumindest im Training und was mein Ernährungsverhalten betrifft. Da schwanke ich immer zwischen Himmel und Hölle. Einen Tag gibts ganz brav Müsli, körnigen Frischkäse, Gemüse, Hühnchen usw. und am anderen wieder Pizza, Nutellabrötchen und Unmengen an Süßigkeiten...

Jedenfalls bin ich aber für das Rennen an sich am Sonntag hochmotiviert und freue mich auf den ersten richtigen Wettkampf dieses Jahr. Ein Zeitziel habe ich noch nicht, morgen werde ich nochmal Intervalle im HM-Tempo machen. Welches das dann sein wird, wird sich zeigen. Ich gehe mal von einer Endzeit zwischen 1:27 und 1:28 aus. Bei guter Tagesform vielleicht auch besser, wenn ich wieder zu schnell loslaufe wohl schlechter. Deshalb werde ich das Rennen vorsichtiger angehen.

Sonntag, 30. Juni 2013

...wie auf Schienen

So wieder eine Woche Training hinter mir. Langsam scheint es auch anzuschlagen, dass ich wieder regelmäßig unterwegs bin. Diese Woche habe ich zwar nur vier Einheiten absolviert, diese aber für meine Verhältnisse recht lang gestaltet. So bin ich am Mittwoch 15, am Donnerstag 20, am Freitag wieder 15 und am Sonntag 23km gelaufen. Immerhin also 73km, was doch ein paar Kilometer mehr sind als die vorige Woche, in der ich auch hitzebedingt in fünf Einheiten nur 68km geschafft habe. Ich wollte nach der anstrengenden letzten Woche diese Woche bewusst ein bisschen weniger machen und ganz geruhsam längere Strecken laufen. Montag und Dienstag habe ich eine komplette Sportpause eingelegt, Donnerstag und Freitag war ich zusätzlich zum Laufen noch im Fitnessstudio.

Wirklich geruhsam waren die Einheiten dann aber trotzdem nicht, zumindest nicht vom Tempo her. Bin ich letzte Woche Sonntag den langen Lauf noch mit einer Geschwindigkeit von 5:41min/km gelaufen, waren es am Mittwoch bei gleichem Puls schon 5:22min/km und am Donnerstag 5:12min/km. Freitags bin ich dann nochmals 15km in 5:03min/km gelaufen, konnte aber nicht meinen Puls messen, da mir der Pulsgurt in den Tagen zuvor eklig auf der Haut gescheuert hat und ich im Moment so eine Art dritte Brustwarze auf dem Oberkörper habe (es ist halt ein wunder roter Fleck). Deshalb bin ich einfach nach Gefühl gelaufen und das war großartig! Nach dem Ruhetag am Samstag habe ich mir am Sonntag spontan vorgenommen, das Tempo des langen Laufs gegen Ende hin etwas zu steigern, was mir auch recht leicht fiel und immer großen Spaß macht im Vergleich zur ewig gleichen Schlapperei.

Mein Dauerlauftempo hat sich damit in einer Woche um 30 Sekunden/Kilometer gesteigert. Das kann und wird sich sicherlich auch wieder ein wenig ändern, aber ich würde mich freuen, wenn ich nicht immer so lahm durch die Gegend laufen müsste, um mich nicht zu überanstrengen bei den längeren oder regenerativen Einheiten.

Also alles wieder eitel Sonnenschein in meinem Läuferleben. Jetzt sind es noch... 17 Wochen bis Frankfurt und ich habe gerade den zweitlaufintensivsten Monat meiner "Karriere" absolviert. Wahnsinnsachievement! Mehr bin ich bislang nur im März 2012 gelaufen - damals waren es knapp 400km, jetzt etwas mehr als 300. Die Vorbereitung läuft also nach Plan. Jetzt bleibt noch eine Woche, die ich dazu nutzen will, noch einmal viele Kilometer zu sammeln. Danach beginnt die heiße Phase der Vorbereitung für den Halbmarathon Mitte August.
Eine kleine Einschränkung des Läuferglücks gibt es doch: Mit meinen neuen Laufschuhen, den Asics Gel-Noosatri8, ich habe die auffallend-gewöhnungsbedürftige Version in neongelb, bin ich nicht allzu zufrieden. Nach und teilweise auch schon während den Läufen habe ich ab und an leichte Knieschmerzen. Mal rechts, mal links. Wirklich erklären kann ich mir das nicht. Komisch fand ich schon, bevor ich mir den Schuh bestellte, dass ich auf einigen Testseiten las, der Schuh sei geeignet bei Supination. Da ich ein leichter Überpronierer bin, wollte ich erst vom Kauf absehen, entschloss mich dann aber doch dazu, da Asics selbst und auch andere Seiten von einem Schuh für leichte Überpronierer sprachen. Jetzt kann es ja sein, dass das keine Rolle spielt, jedenfalls muss ich daran jedes Mal denken, wenn ich loslaufe. Ich bin auch zu unerfahren, um zu schauen, wo jetzt die Stütze im Schuh sitzt. An der Innenseite ist er recht fest, was auf eine Stütze für Überpronierer hindeutet. Wie auch immer: Mich nervt es ein wenig und ich werde mir über kurz oder lang (wahrscheinlich in drei, vier Wochen) noch ein drittes Paar Schuhe zulegen, welches ich zur Marathonvorbereitung nutzen will.
Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Saucony gemacht. Ich laufe im Moment den Kinvara 2, der ja eher ein Leichtgewicht ist und über so gut wie gar keine Stütze verfügt. Vielleicht sollte ich etwas in dieser Richtung suchen, einen Schuh, der so ähnlich ist, aber eben auch für Strecken über 20km geeignet ist. Der Kinvara 2 fühlt sich dafür nämlich ab 20km doch ein wenig hart für meine geschundenen Gelenke an.

Nun gut, jetzt habe ich hier mein Leid geklagt. Wenn jemand Schuhempfehlungen abgeben möchte, wäre ich unendlich dankbar, weil ich nicht unbedingt vollkommen planlos ins Laufgeschäft dackeln will und mich der Inkompetenz dieser Pseudolaufexperten aussetzen möchte. Ich würde gerne ins Geschäft gehen und sagen: "Das und das laufe ich. Den und den Schuh fand ich toll. Den und den will ich ausprobieren. Spar dir dein Verkaufsgeschwätz, mich beeindruckst du sowieso nicht damit und kaufen tu ich so oder so - wenn der Schuh was kann."

Donnerstag, 20. Juni 2013

Runner's low - Laufen durch nassen Zement

Da das ja eine Art Lauftagebuch ist, will ich es doch mal als solches benutzen. Diese Woche war es ja nun ziemlich heiß. Jetzt gerade regnet es hier mal, ich habe das Fenster geöffnet und warte, dass mein Zimmer auf eine erträgliche Temperatur abkühlt, damit ich schlafen gehen kann. Gelaufen bin ich aber trotzdem ganz fleißig in dieser Woche. Ich habe immer, ganz vorschriftsmäßig, gewartet, bis die Sonne weg war und bin erst dann vor die Tür. Der pralle Sonnenschein war dann zwar schon weg - die Hitze allerdings nicht. Und so war jede der bisher vier Einheiten in dieser Woche doch irgendwie ganz schön anstrengend. Besonders gemein wurde es als ich einige Runden an den örtlichen Grillwiesen drehen musste. Die heutige Einheit hat mir dann den Rest gegeben. Ich wollte ganz geruhsam und entspannt laufen gehen, merkte aber nach zwei Kilometern, dass ich total platt war. Es war schwül und ich dachte, ich liefe durch nassen Zement. Also war ich zwar langsam - gemütlich war es aber nicht. Vielleicht habe ich es in den letzten drei Wochen etwas mit dem Sport übertrieben, 5 bzw. 6 Einheiten plus 3-4x/Woche Fitnessstudio und noch schwimmen war vielleicht doch etwas zu viel für den Anfang. Vielleicht war es aber auch einfach das Wetter, dass sich heute mal auf meine Leistungsfähigkeit ausgewirkt hat. Wieder einmal stochert der nichtswissende Hobbyläufer im Nebel des Ungewissen herum und hofft, für seine Befindlichkeiten eine ihm zupass kommende Erklärung zu treffen.
Morgen kann ich zumindest die Wetterthese schon mal überprüfen. Es scheint kühler zu werden und deshalb werde ich es morgen einfach wieder locker und entspannt probieren. Falls es damit wieder nicht klappt, habe ich wohl zu viel gemacht. Ein Indiz dafür war auch, dass ich heute unfassbar müde war. Wobei auch das am Wetter liegen könnte... Konsequenz aus der Erkenntnis, dass zu viel Sport an meiner Verfassung Schuld sein könnte, wäre: Weniger Sport. Keine harten Einheiten nächste Woche, nur zweimal ins Fitness und dann locker weiter.

Montag, 17. Juni 2013

Arbeitsnachweis

Wie gehofft, war ich die letzten zwei Wochen nicht untätig. Ich konnte mein Training von drei Einheiten auf sechs Einheiten erhöhen. Hier mal die letzten beiden Wochen in der Übersicht:

03.06. - 10km langsamer DL
05.06. - 13km langsamer DL
06.06. - 12km Tempodauerlauf (8km in 4:36min/km)
07.06. - 9,7km langsamer DL
09.06. - 20,2km langsamer, langer DL
Gesamtkm: 64,9km

10.06. - 13,7km langsamer DL
11.06. - 11km Intervalle 5x1000m mit 400m Trabpause (4:11, 4:08, 3:55, 4:01, 4:00min/km)
12.06. - 11km lockerer DL
13.06. - 12km Tempodauerlauf (8km in 4:38min/km)
14.06. - 11,3km langsamer DL
16.06.  - 23,4km langsamer, langer DL
Gesamtkm: 82,4km

Wie man sehen kann, kam es mir zunächst darauf an, die Umfänge zu steigern. Intensitäten hatte ich bislang wenige drin - das bleibt auch erstmal so. Die langsamen Dauerläufe bewegen sich in einem Tempo von 5:25-5:45min/km oder bei ca. 70-75%maxHF. Nichts Überragendes also. Aber mit den Umfängen bin ich sehr zufrieden, zumal es so ist, dass ich in diesem Jahr noch nicht wirklich viel gelaufen bin. Ich hoffe, diese Woche auf eine ähnliche Distanz zu kommen wie letzte Woche, danach habe ich mir vorgenommen, ein wenig mehr Tempo einzubauen und die km zunächst wieder leicht zu reduzieren. Und dann sind es auch nur noch sechs Wochen bis zum geplanten HM in Nürnberg Mitte August.

Nebenbei: Mein Garmin Forerunner spinnt momentan leider ziemlich rum - er geht immer wieder aus, wenn ich den Arm, an dem er befestigt ist, ruckartig bewege, etwa wenn ich mir kleine Fliegen von den Armen oder aus den Augen wischen will (ein weiteres Ärgernis!). Habe schon einen Hardreset versucht - ohne Erfolg. Habe jetzt Garmin direkt kontaktiert. Ich schätze mal, dass es auf eine Einsendung des Geräts hinausläuft. Denke aber, dass da nix repariert werden kann, weil ich auf einen Wasserschaden tippe - die Anzeichen deuten zumindest darauf hin: erst ging der Ton nicht mehr und nun werden die Aussetzer immer häufiger. Jedenfalls muss bis zum nächsten Wettkampf eine funktionierende Uhr her! Es nervt doch schon ziemlich, wenn ich alle paar Sekunden schauen muss, ob das Gerät noch aufzeichnet. Und sobald es ausgeht, kann es vorkommen, dass die km- bzw. Zeitangaben nicht mehr stimmen. So passiert gestern: Mir wurden fünf Minuten geklaut, dafür aber 400m geschenkt... blöde Sache! Ich spekuliere ja damit, dass man mir die neuere Version meiner Uhr zu einem vergünstigten Preis anbietet. Wirklich damit rechnen kann ich allerdings nicht, da meine Uhr schon über drei Jahre alt ist. Aber vielleicht ist Garmin ja so freundlich und unterstützt einen armen Läufer.